Historischer Grundriss


Das Soldauer Land wurde vom Stamm der Sassen  Pruzen bewohnt.
Im frühen Mittelalter gehörte es den masowischen Fürsten dann dem Culmer Bischof, der es dem Deutschen Orden überließ. Im Jahre 1321 verlieh man den Rittern aus dem Culmer Land 1440 Hufen (eine Hufe=16,8ha). Der Anfang von Lautenburg ist seit 1301 datiert. In den Dörfern und im Umland ließen sich Ansiedler aus Masowien und auch Deutsche nieder..
Während der Kriege Polen gegen den Deutschen Orden marschierten hier die Truppen des polnischen Königs Jagiełło. Nach dem 13-jährigen Krieg fanden sich Lautenburg und seine Umgebung kraft des Thorner Friedens in den Grenzen Polens ? das sog. Königliche Preußen.
Soldau blieb beim Ritterorden und seit 1525 im Fürstentum Preußen.
Der ganze Kreis Soldau blieb unter der preußischen Regierung bis zum Ende des 1. Weltkrieges. Die Allierten erkannten das Soldauer Land bedingungslos, ohne Volksabstimmung, Polen zu. 
Als entscheidender Faktor zeigte sich der Eisenbahnknotenpunkt in Soldau.
In den Jahren 1920-39 haben wir hier mit der großen Wanderung zu tun. Sowohl Deutsche als auch viele Masuren besaßen Soldauer Land. Es kamen Polen aus dem ehemaligen Königreich und Protestanten aus dem Teschener Schlesien hinzu. Man versuchte das sog. Masurische Piemont zu schaffen. Es entstanden zahlreiche kulturelle Zentren,1921 wurde das Lehrerseminar gegründet. In der Nazizeit wurde in der ehemaligen Soldauer Kaserne ein Konzentrationslager errichtet, in dem ca. 30000 Polen und Juden gefangen gehalten wurden.
Etwa 12000-15000 Leute ( nach verschiedenen Schätzungen) erlitten hier den Märtyrertod.
Massenexekutionen wurden in den Wäldern bei Komorniki ( Kämmersdorf ), in der Gemeinde Illowo in den Wäldern der Oberförsterei Dwukoły (Zworaden) und in den Bialuttenwäldern (Białuty) durchgeführt.
Nach dem 2. Weltkrieg gehörte Soldau zur Woiwodschaft Warschau und seit 1950 zur Woiwodschaft Allenstein. Jetzt ist Soldau ein Teil des Ermland - Masurischen Bezirks.

Działdowo (Soldau)


Die Fläche beträgt 11,47km2,es zählt 21582 Einwohner.
Das Stadtwappen zeigt die Heilige Katharina aus Alexandrien mit den Symbolen ihres Märtyrertums.
(Schwert und Folterrad) und Schilde mit rot-weißem Schachbrettmuster. 
Soldau ist Sitz der Kreis- und Stadtämter. Die letzte Ansiedlung entstand im Gebiet der jetzigen Straßen: Strumykowa, Młyńska, Bielnikowa und Górna in der Nähe des alten Neidenlaufs. Am Anfang des 14. Jh. kam hierher der Deutsche Orden, der die Grenzwarte errichten ließ. Zu dieser Zeit wurde auch mit dem Bau der Burg begonnen. Um die Burg herum wuchs eine Siedlung, die am 14. August 1344 zur Stadt erhoben wurde. Die Stadt wurde Soldov-Soldovia genannt, später wurde der Name Dzialdof benutzt. Während des Krieges gegen den Deutschen Orden wurden die Stadt und die Burg am 12. Juli 1410 von den Truppen des polnischen Königs Ladislaus Jagiełło erobert. Während des 13-jährigen Krieges wurde Soldau Mitglied des Preußischen Bundes, aber nach der Beendigung blieb es in den Händen des Deutschen Ordens. Nach der Säkularisation und dem Treuegelöbnis Albrechts (des Fürsten von Ordenspreußen) gegenüber dem polnischen König Sigismund dem I., im Jahre 1525 blieb Soldau in Fürstenpreußen (bis 1525 Ordenspreußen).
Während des polnisch-schwedischen Krieges erlitt Soldau große Schäden.
1656 hielt sich der schwedische König Karl der X. Gustav in der Burg auf, wo er fremde Gesandtschaften empfangen hat. Im 17. und 18. Jh. entwickelte sich hier das Handwerk. Früher war die Siedlung durch Vieh- und Fischmärkte bekannt.
Seit 1723 hatte die Stadt eine Reitpost, die Polen mit Litauen verband. In der 2. Hälfte des 19. Jh. Wurden Eisenbahnlinien gebaut. Die Züge fuhren zwischen Malbork (Marienburg) und Mława (Mielau) (1878), nach Grudziądz (Graudenz)(1887) und ein Jahr später nach Olsztyn (Allenstein).
Im 1. Weltkrieg wurde Soldau von russischen Truppen erobert, bombardiert und unter Feuer genommen, deshalb wurde es sehr zerstört. Noch während des Krieges wurde mit dem Wiederaufbauprogramm angefangen, wobei die preußische Regierung und die Zwillingsstadt Charlottenburg aus dem Reich ihre Unterstützung angeboten haben. Am 17.Januar 1920 (offizielles Stadtfest) wurde Soldau Polen angeschlossen.
In der Zwischenkriegszeit wurde die Stadt zum Zentrum des Polentums, dessen Aufgabe es war, die Bevölkerung im Kreis zu repolonisieren und auf die Masuren einzuwirken.
Am 2. September marschierten deutsche Truppen in die Stadt ein. In der ehemaligen Kaserne entstand zuerst ein Lager für Kriegsgefangene und später ein Konzentrationslager.
Nach dem Einmarsch der sowjetischen Truppen, am 18. Januar 1945, wurden hier Polen festgehalten und hingerichtet. Nach dem 2. Weltkrieg, in der Zeit der sog. Volkspolens entwickelte sich hier Wirtschaft und Infrastruktur, die Bevölkerung nahm sehr zu.

Sehenswürdigkeiten


  • die ehemalige Burg des Deutschen Ordens aus dem 14.Jh. (Burgmodell, Ausstellung im Keller)
  • das Rathaus und der Markt der alten Stadt
  • die katholische Kirche zur Erhöhung des hl. Kreuzes
  • die katholische St. Adalbert-Kirche 
  • die ehemalige Kaserne ? in den Jahren 1939-1945 KZ-Lager
  • alte Bürgerhäuser entlang der Jagiełłostraße, Schule, Gerichtsgebäude, Untersuchungshaft
  • das Gebäude der medizinischen Schule in der Wolnośćstraße ? ehemaliges Krankenhaus mit der auf Fensterglas dargestellten heiligen Katharina aus Alexandrien und der Gedenktafel, die Papst Johannes Paulus II. gewidmet ist.
  • der Wasserturm und Gaswerk ? heute: Hotel und Restaurant ?Varia?.